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Was du von “Wir sind Helden” über Mentale Stärke lernen kannst

29. März 2015 0 Comment 1909 Views
Was du von “Wir sind Helden” über Mentale Stärke lernen kannst Beate Vetters - pixelio.de

“Sie wissen genau wer du bist
Du bist uns so einer
Sie sagen es so wie es ist
So gut kennt dich keiner
Und zwar bist du vom Wesen soundso
Soundso so irgendwie
Verstehen sie dich, das macht sie froh
So einer ändert sich nie”

(Wir sind Helden - Soundso)

In diesem Lied beschreiben Wir sind Helden wie wir uns selbst und einander in Ketten legen.

Das Leben ist komplex. Deswegen verallgemeinern wir gerne und bilden aus einzelnen Beobachtungen verallgemeinernde Identitäten.

 

Eine Person, die auf einer Party etwas schüchtern wirkt, bekommt die Identität “introvertiert”.

Ich weiß nicht, was genau eine introvertierte Person auszeichnet. Was muss wann, auf welche Weise der Fall sein, um sich so beschreiben zu dürfen?

Eins weiß ich aber: Letztlich sind wir, was wir glauben zu sein. Nimm diese Geschichte als Beispiel:

Ein junger Indianer streifte allein durch die Wälder. Dabei fand er das Ei eines Adlers. Weil er es aber für ein Präriehuhnei hielt, legte er es ins Nest eines Präriehuhn-Pärchens.

Als der junge Adler schlüpfte, war er von Präriehühnern umgeben. Er lernte laufen wie ein Präriehuhn, gackern wie ein Präriehuhn, fressen wie ein Präriehuhn.

Eines schönen Frühlingstages aber erblickte er etwas ganz Wunderbares: Er sah, wie ein Vogel sich weit in die Lüfte erhob und majestätisch mit dem Wind dahinsegelte. „Was für ein Tier ist das denn?“, fragte der junge Adler, der zwischen Präriehühnern aufgewachsenen war. „Das ist ein Adler, der prächtigste aller Vögel!“ „Es muss wunderbar sein, so anmutig durch die Lüfte gleiten zu können“, träumte der kleine Adler. Aber er war ja kein solch prachtvolles Tier, und so vergaß der kleine Adler seine Träumereien schnell wieder.

Solange er lebte, glaubte er, ein Präriehuhn zu sein.

(Indianermärchen aus Amerika)

Warum das so ist, erklärt z.B. das psychologische Phänomen der selektiven Wahrnehmung.

Nachdem unsere Aufmerksamkeitsspanne beschränkt ist, nehmen wir die Dinge um uns herum selektiv wahr. Unser Gehirn muss das Wichtigste aus der Umgebung herausfiltern. Das führt oft dazu, dass wir nur Dinge wahrnehmen, die unsere Annahme, z.B. introvertiert zu sein bestätigen.  

Zum Beispiel: Ich bin überzeugt, dass ich nicht selbstbewusst bin. Unmittelbar vor sozialen Situationen entstehen in meinem Kopf automatisch Gedanken wie: “Ich bin nicht selbstbewusst.” Ich nehme Herzklopfen wahr und interpretiere es als Zeichen für meine Unsicherheit. Wenn ich dann mit anderen in Kontakt trete, reagieren diese zurückhaltend. Aus ihrer Reaktion schließe ich wiederum, dass etwas nicht stimmt und sehe meine Unsicherheit wiederholt bestätigt…

Woher weißt du, dass Herzklopfen ein Zeichen für Unsicherheit ist? Wenn du Herzklopfen spürst dann, kann das genau so gut ein Zeichen dafür sein, dass dein Körper die Energiezufuhr erhöht, damit du wach und konzentriert eine herausfordernde Situation meistern kannst. Ich weiß nicht, ob dem wirklich so ist. Aber ich weiß, dass letztere Annahme mich in der sozialen Situation selbstbewusster auftreten lässt.

Wie verallgemeinernde Beschreibungen entstehen

Pauschalisierende Beschreibungen wie, ich bin unsicher, schüchtern etc., entstehen oft durch einzelne Beobachtungen, wie zum Beispiel, dass jemand in einer Gruppe wenig gesprochen hat.

Es ist ein ungültiger Schluss (den wir all zu oft machen), von einer einzelnen beobachteten Situation auf andere Kontexte zu verallgemeinern/generalisieren. Das tun wir nämlich (unbewusst) wenn wir uns z.B. als schüchtern beschreiben.  

Der Schluss ist außerdem nicht nur ungültig - er ist auch fatal, weil er ungünstige Auswirkung auf unser Verhalten und Leben hat. Denn unsere Schlussfolgerung haben die Tendenz, sich selbst zu bestätigen. So erschaffen wir einen Teufelskreislauf, indem wir uns selbst die Flügel stutzen.

“Du gehst K.O.,
weil du weißt,
Du bist soundso!”

Doch das ist nicht das Ende des Songs.

Es geht weiter mit dem Chorus:

Aber nichts davon bestimmt dich, weißt du
Nichts davon verglimmt nicht mit der Zeit.
Nur du bestimmt nicht, weißt du
Nichts davon, ist wirklich nichts davon
Soundso und sowieso bleibt nichts davon
Soundso und sowieso ist nichts davon
Soundso
Glaub mir nichts davon bist du

Einzelne Beobachtungen kannst du auch ganz anders beschreiben. Du musst dir dafür keine feststehenden Identitäten zuschreiben.

Ortwin Meiss, ein bekannter Mental Trainer und Hypnotherapeut, erzählte in einem Interview von einem jungen Mädchen, das mit ihrer Mutter zu ihm kam. Die Mutter erzählte, die Tochter sei introvertiert und fühle sich deswegen in sozialen Situationen immer unsicher. Ortwin Meiss fragte nach Beobachtungen und Unterschiede und fand heraus, dass sich die Tochter zu Hause sehr wohl fühlte und viel plauderte.

Das stand der Annahme, die Tochter sei grundsätzlich introvertiert, entgegen.

Eine viel günstigere und den Tatsachen entsprechendere Beschreibung wäre:

Die Tochter hat noch nicht gelernt sich in sozialen Situationen mit Unbekannten wohlzufühlen.

Dein Vater ist froh,
weil er weiß,
Du bist soundso!
Und Mutter ist froh,
weil sie weiß,
Du bist soundso!
Dein Haustier ist froh,
weil es weiß,
Du bist soundso!
Dein Lehrer ist froh,
weil er weiß,
Du bist soundso!
Die Freunde sind froh,
alles klar,
Du bist soundso!
Auf Arbeit alle froh,
alles klar,
Du bist soundso!
Zuhause sind alle froh,
alles klar,
Alles soundso!

Bist du bereit mit deinen “Identitäten” aufzuräumen?

Dann habe ich für dich eine Übung vorbereitet:

Wähle ein Notizbuch oder Karteikarten. Zeichne drei Spalten auf und schreibe in die erste Spalte alle Zuschreibungen, die dir zu dir einfallen und an die du glaubst.

In die zweite Spalte kommen Variationen und Unterschiede. Zum Beispiel: Das Mädchen fühlte sich zu Hause wohl und plauderte vor sich hin - das ist ein Unterschied zur Beschreibung “introvertiert”. Noch ein Beispiel: Du hast Angst vor einer Gruppe zu sprechen und bezeichnest dich selbst als ängstlich. Du springst allerdings mit Freude von einem 10 Meter hohen Turm/Felsen ins Wasser. Das würde der Beschreibung “ich bin ängstlich” widersprechen. Lass dich nicht entmutigen, wenn du keine Variationen findest. Oft sind wir so stark mit den Identitäten verhaftet, dass wir keine anderen Möglichkeiten finden. Frage andere Leute, welche Variationen ihnen einfallen.

Gehe zur dritten Spalte:

In der dritten Spalte finde jetzt eine alternative Beschreibung. Vielleicht hast du es einfach noch nicht gelernt in sozialen Kontexten selbstsicher zu sein?

Verallgemeinernde Zuschreibung

Ausnahmen und andere Kontexte, wo die Zuschreibung nicht zutrifft

Alternative Beschreibung

Ich bin ängstlich

Ich liebe es von 10 Meter hohen Felsen zu springen; Unter Freunden fühle ich mich sehr sicher; etc.

Ich habe es noch nicht gelernt Autoritäten gegenüber selbstbewusst aufzutreten.


Den selben Prozess kannst du z.B. auch mit der Übung The Work von Byron Katie machen.

Egal welche Zuschreibungen du dir selbst gibst, oder andere dir geben, erinnere dich:

Wirklich nichts davon...
Soundso und sowieso
bleibt nichts davon!
Soundso und sowieso
ist nichts davon!
Soundso glaub mir nichts davon... bist du!

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Fazit

Die Art und Weise wie du dich beschreibst, entscheidet wesentlich, wer du bist und zu was du fähig bist. Bleib offen für deine Großartigkeit.

Alles Liebe,

Raphael

Dieser Beitrag ist von Raphael Kolic: "Blogger, Trainer, Student, glücklicher Partner und vor allem eines: Mensch. Ich beschäftige mich mit Kommunikation, die uns hilft, einander als Menschen zu sehen und uns auf Augenhöhe authentisch und achtsam zu begegnen - jenseits von Feindbildern und richtig und falsch." Mehr über ihn könnt ihr in seinem Blog no right - no wrong erfahren!

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Yvonne Dathe

Lösungsorientierte Beraterin mit betriebswirtschaftlichem und psychologischen Hintergrund. Gleitschirmpilotin seit 1994 und Lebensfreude-Spezialistin.

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