Mit Lebensfreude Grenzen überfliegen!

Warum gute Vorsätze immer wieder scheitern

08. Januar 2019 by 0 Comment
Vorsätze fürs Neue Jahr Vorsätze fürs Neue Jahr stevepb • pixabay

Voller Motivation und mit festem Willen, in diesem Jahr endlich die schon lange gesetzten Ziele angreifen, starten viele Menschen in das Neue Jahr. Doch bereits nach 2 - 3 Wochen ist es schnell vorbei mit der Willenstärke und Motivation. Dann muss einmal mehr der innere Schweinehund als Ausrede herhalten. Doch dieser meint es in Wirklichkeit nur gut mit dir.

 

Du glaubst mir nicht?

Dann beobachte doch mal, wann der Schweinehund am lautesten schreit:

- wenn du etwas machst, was dir keinen Spaß macht

- wenn du dir etwas vornimmst, obwohl du bereits völlig unter Strom stehst

- wenn du auf etwas leckeres verzichten sollst

- wenn du bei kaltem Wetter raus zum Joggen gehen musst

- usw.

Die Liste lässt sich beliebig verlängern, doch eines sollte klar werden: Immer dann, wenn du willentlich versuchst, aus Gründen der Vernunft oder weil andere meinen, das sei gut für dich, etwas umzusetzen, du aber gleichzeitig deine Komfortzone verlassen musst (du musst also etwas unangenehmes machen), dann meldet sich dein innerer Schweinehund zu Wort.

Mir scheint es, als sei der innere Schweinehund da, um uns davor zu beschützen etwas zu tun, was wir innerlich gar nicht wollen.

Willensstärke lässt sich trainieren?

Nun gibt es Menschen, die sagen "Willensstärke lässt sich trainieren", es mag was dran sein, dass wir durch Disziplin unsere Willensstärke trainieren und dann länger durchhalten. Doch was bleibt, ist, dass wir etwas machen, das uns innerlich zuwider läuft. Insgeheim wollen wir nicht bei Regen zum Joggen gehen, vielleicht ist es sogar so, dass du Joggen hasst, weil es schon als Kind eine Qual war.

Also, warum sollten wir unsere Willensstärke trainieren, um etwas zu tun, was wir hassen?

Wäre es nicht sinnvoller etwas zu tun, was wir gerne machen und bei dem es keinen inneren Konflikt gibt?

 

Dem inneren Schweinehund folgen

Ich bin der Überzeugung, spätestens seit dem ich das Buch "Machen Sie doch, was sie wollen!" von Maja Storch gelesen habe, dass es sinnvoller ist, dem inneren Schweinehund zu folgen.

Über körperliche Signale (in der Fachsprache werden dieses somatische Marker genannt) liefert uns der Schweinehund eine Bewertung. Oft sind diese Signale nicht so ganz eindeutig. Wenn wir mal beim Beispiel Sport bleiben, dann sind damit einerseits positive Signale verbunden (es ist ja sinnvoll und für den Körper gut Sport zu treiben), aber es gibt auch negative Signale (die Vorstellung alleine, schwitzend durch den dunklen Wald zu laufen). Die Signale sind also beides, sowohl positiv als auch negativ.

Am einfachsten ist es, du machst dir das ganze mal visuell klar. Nimm dazu ein Blatt Papier und zeichne zwei vertikale Linien nebeneinander darauf. Über der einen Linie schreibst du ein Plus (für positive Emotionen) über der anderen ein Minus (für negative Emotionen). Nun stellst du dir nochmals dein Vorhaben vor. Was möchtest du erreichen? Dann spüre in dich hinein und zeichne mit einem X oder Punkt auf den jeweiligen Linien ein, wie stark das jeweilige positive oder auch negative Gefühl ist. Ganz unten ist 0 (gar nicht vorhanden) und oben ist 100 (vollständig ausgeprägt). Wie gesagt, meistens sind die Gefühle für ein Vorhaben sowohl positiv als auch negativ.

Anschließend betrachtest du dir die beiden Linien mit den jeweiligen Markierungen. Wenn auf der Negativ-Skala ein hoher Wert steht, dann brauchst du dich nicht wundern, wenn dein Vorhaben nach spätestens 3 Wochen scheitert. Sich dauerhaft zu quälen macht einfach keinen Spaß!

Du solltest dir nun überlegen, warum ist der Negativwert so hoch. Welche Gründe gibt es dafür. Beim Thema Sport könnten das sein: Ist anstrengend, alleine Sport machen ist öde, ich habe Angst im dunklen Wald, Laufen ist monoton, usw. Du wirst sicher besser wissen, welche Gründe dafür sorgen, dass der Negativwert so hoch ist. Wenn dir nichts vernünftiges dazu einfällt, dann frage doch mal in deinem Umfeld (am Besten unbekannte Personen), was andere Menschen meinen, warum bei dem Thema ein negatives Gefühl auftauchen könnte. Spüre bei jeder Aussage in dich hinein, ob das auch auf dich zutrifft.

Hast du all deine Gründe gesammelt, dann weißt du warum sich dein Schweinehund so laut gemeldet hat. Nun gilt es den Schweinehund zu besänftigen. Wenn du selbst einen Hund hast, dann weißt du, dass es leichter ist den Hund mit etwas zu locken, was er gerne mag, anstatt in zu irgend etwas zu zwingen. Wenn also ein Negativgrund ist "Laufen allein ist öde", dann wäre vielleicht ein Lauftreff mit anderen eine Lösung. Oder, falls du Laufen generell als monoton und langweilig betrachtest, wäre vielleicht Zumba etwas für dich.

Im Grunde geht es darum, die negativen Gründe wahrzunehmen und eine Lösung dafür zu finden, sodass du im Anschluss gerne dein Vorhaben / Ziel umsetzt. Denn wenn du etwas gerne machst, dann meldet sich auch dein Schweinehund nicht. Er meldet sich nur, wenn du gegen deine inneren Bedürfnisse handelst. Somit möchte er dich einfach vor unangenehmen Konsequenzen schützen.

 

Fazit:

Sich zu quälen und gegen seinen inneren Schweinehund ankämpfen macht bei kurzfristigen Aktionen vielleicht Sinn. Wenn du z.B. auf eine Prüfung lernst, eine Kalkulation machen solltest oder die Buchhaltung zum Quartalsende. Doch für langfristige Vorhaben ist es besser, wenn du auf deinen inneren Schweinehund hörst und versuchst etwas zu finden, was auch ihm Freude macht. Mit professioneller Unterstützung kommst du deinem inneren Schweinehund noch schneller auf die Schliche.

 

Was sind deine Ziele fürs Neue Jahr?

 

Viel Aufwind in all deinen Lebensbereichen, wünscht

 

Yvonne

 

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Yvonne Dathe

Lösungsorientierte Beraterin mit betriebswirtschaftlichem und psychologischen Hintergrund. Gleitschirmpilotin seit 1994 und Lebensfreude-Spezialistin.

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