Sport- und Gesundheitspsychologie • Yvonne Dathe

Interview Patrick von Känel

Interview Patrick von Känel

Patrick von Känel wurde bei der letzten Red-Bull X-Alps Auflage zweiter. Er war 2020 erster beim Dolomity Superfly, hat den XC-Contest der Schweiz in 2019 gewonnen und in diesem Jahr war er 2. Bei der Eigertour. Wie er zum Fliegen gekommen ist, was ihn motiviert und was er vom Fliegen für andere Lebensbereiche gelernt hat, erfährst du hier im Interview.

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Hier das Transkript des Interviews mit Patrick von Känel:

 

Ich habe auf deiner Seite gelesen, dass deine Eltern bereits in den 80er Jahren mit dem Gleitschirmfliegen angefangen haben und du bereits als Siebenjähriger mit deiner Großmutter auf die Alp gingst um dir Geld fürs Fliegen zu erarbeiten. Bist du damals schon mal mitgeflogen oder woher kommt die Begeisterung? Oder einfach nur weil du deine Eltern gesehen hast? Wie war das bei Dir?

Mitgeflogen bin ich nie, aber auf der Alp wo ich mit meiner Großmutter war, da waren immer Gleitschirmpiloten und unterwegs man hat die gesehen, man war in der Szene drin…mit meinen Eltern, aber ziemlich intensiv am Skifahren zu Schulzeiten und somit war der Fokus nicht extrem aufs Gleitschirmfliegen und ich habe auch nicht groß daran rum studiert, aber dann so gegen Ende der Schulzeit habe ich dann mal so einen Gleitschirm von nähern gesehen und so war das erste Mal wo ich mir so überlegt das könnte ich auch einmal versuchen. Ich hab mich dann informiert bei der Flugschule, wie ich daran gehen muss und dann hat er mir jemand gesagt ja das erste was du machen musst ist Groundhandling. Bevor du an das Fliegen denken kannst. Du darfst das Groundhandling im FF oder in Perfektion an die Sache ran. Ich habe dann halt schon damals in der Schule viel Zeit investiert in das Groundhandling und so kam dann eines nach dem anderen das war es eigentlich. Sowie das Interesse oder die Neugier, das war vor allem die Neugier, wie sich das anfühlt alles von oben zu sehen war geweckt und ja bis heute hat es mich nicht losgelassen! Das Interesse immer mehr zu entdecken, neue Orte zu entdecken, noch präzise zu fliegen und ja das ist das was mich bis heute immer noch antreibt.

 

Ich habe auch gelesen, auf deiner Seite, dass du mit 14 deine Mutter überredet hast,  dass sie dir ihren Schirm gibt für das Groundhandling, aber wenn ich das richtig gelesen habe bist du ja nicht auf dem Boden geblieben, sondern du bist dann gleich abgehoben. Wie war denn das für dich? So ohne Flugschein und ohne Erfahrung? - Wie war das, den Boden unter den Füßen zu verlieren?

Ja, da hat sich die Neugier ein bisschen dominiert und ja ich bin dann mit einem Freund an den Hang gegangen, weil am Boden wurde es dann doch irgendwann mal ein bisschen langweilig. Und trotzdem haben wir uns aber nicht gewagt, dass wir den ganzen Hang bis unten in die Fläche fliegen. Sondern wir sind einfach von dem Hang rausgestartet und nach ein paar Sekunden in der Luft sind wir dann 180 Grad gedreht und wirklich in den Hang gecrasht. Das war aber so ein Adrenalinkick, dass man da ja nichts davon mitbekommen hat und für uns, weil das für uns noch neu war, wussten wir damals noch nicht wie gut man eigentlich landen könnte und ja das war sehr intensiv. So beschreiben, wie das Gefühl war kann ich eigentlich nicht mehr gut, weil es wirklich sehr schnell war, es waren wirklich nur wenige Sekunden wo wir dann in der Luft waren. Ich weiß nur, als ich einmal wirklich abhob, realisierte ich, wie hoch ich war und ich weiß, dass ich links von mir diese Stromleitung gesehen und dann habe ich eigentlich ohne zu überlegen einfach rechts gezogen und dann lag ich schon wieder im Hang. Das Dumme war nur, dass uns lokale Gleitschirmpiloten gesehen haben und dann bei meinen Eltern gefragt haben, was denn da mit ihren alten Schirmen war und so kam es, dann raus, dass wir da heimlich Flugversuche gestartet haben. 

 

Und dann gab es ärger zu Hause?

Ja ich weiß nicht mehr so genau… mein Vater der war ziemlich locker, ich glaube der konnte sich auch ein bisschen in mich hineinfühlen, wie er damals war. Meine Mutter fand es nicht so cool, aber mittlerweile findet sie es auch cool.

 

Das denke ich mir. Und vor allem war dann wahrscheinlich auch gleich mal der Respekt da, aber es hat ja wahrscheinlich schon ein bisschen weh getan und schadet ja auch nicht so ein bisschen Respekt vorliegen zu haben. Mit 16 hattest du ja dann endlich den Schein und wie ging es denn dann weiter?

Ich weiß einfach, dass sich alles ums Fliegen gedreht hat und dass trotzdem schon eine Weile her ist - 12 Jahre. Ich war da noch in der Ausbildung und ich weiß einfach, dass ich da die

Gedanken auch während der Arbeit nur noch beim Fliegen waren und nur noch „wann komme ich nach Hause“ „reicht es noch“.. beim lokalen Club bei uns, gibt es immer am Abend so Feierabend Flüge, wo man seinen Shuttle hat und der Bus fährt, glaube ich ein viertel vor sechs, und dann hab ich schon Morgens ausgerechnet, ob es noch reicht, wenn man ein bisschen früher fertig macht um zum Bus zu gehen und dann fliegen. Das war wirklich  streng.. es war nur noch fliegen im Kopf, fliegen im Kopf und ich glaube das war auch für damals in meiner Ausbildung für die Leute, die um mich herum nicht einfach, weil das für mich DAS Ding war. Ich konnte so auch relativ schnell Erfahrung gewinnen und ich war auch mit extrem erfahrenen Leuten unterwegs, wo ich gesehen hab was möglich ist mit einem Schirm. Ich konnte mit einem Streckenfliegen gehen und das war sicher extrem hilfreich für für eine schnelle Lernkurve, dann auch immer wieder die Neugier, weil es wieder Neues gelernt habe und zum Ende noch mehr in die Luft zu gehen und ja so konnte ich dann am Ende oder in einem Jahr doch relativ viel schon lernen und so ging es dann eigentlich ein paar Jahre weiter.

 

Was hast du denn gelernt? 

Forstwart

 

Und dann wurdest du irgendwann Testpilot?

Genau, dann war ich so ein bisschen Freestyle im Schweizer Militär, da müssen wir ja oder dürfen wir ja, so eine gewisse Zeit einfach ins Militär gehen. Ich hatte aber da schon eine Superposition. Hab mich auch dort ziemlich darüber informiert, was ich machen kann, dass ich möglichst viel frei habe und wie das Glück so wollte, kam ich da zu wirklich mega coolen Leuten, die haben mir viel Freizeit gegeben ohne Ende! - also ich hatte wirklich von fünf  Tagen Militär, dufte ich drei vier Tage frei nehmen zum Üben. Dort konnte ich so viel fliegen und das war das erste Mal, dass war für mich wirklich so ein Türöffner,  so zu sehen wie es ist, wenn man jeden Tag fliegen kann und ja da war ich Akrofliegen, Streckenfliegen, Hike and Fly… Ich konnte alles machen und das war schon ziemlich cool und es hat sich gefühlt, wie im Schlarafenland. Dann weiß ich, habe ich die Militärzeit unterbrochen, um nach Südamerika zu gehen um dort noch mehr Flugerfahrung zu sammeln und als ich zurück kam, war die Tür offen bei ADVANCE. Da hat ein Flieger aufgehört bzw. ein Testpilot reduzierte seine Stunden und so konnte ich dort einsteigen und von dem Moment an, war natürlich jeden Tag fliegen angesagt.

 Patrick von Känel in der Luft

Damit wurde Fliegen zu deinem Beruf sozusagen. Also du bist  2019 deinen persönlichen Rekord geflogen … mit 556 km in Brasilien und konntest auch den XC Contest national gewinnen in der Schweiz da warst du dann glaube ich auch das erste Mal bei den x-Alps dabei mit dem 8. Platz damals und dann, ja später hast du Dolomity Superfly in Italien gewonnen und dann also 2021 warst du dann wieder bei den x-alps dabei. Da warst du dann zweiter hinter dem Chrigel und Dritter bei der Schweizer Meisterschaft dann hast du geschrieben 2022 warst du bei der Eigertour dabei.  Das würde mich noch interessieren diese Eigertour, das ist ja auch ein Hike & Fly Wettbewerb und wie genau läuft es da ab? Es gibt ja dort auch ziemlich viele Wendepunkte. Ist es dann wie bei den x-Alps oder wie funktioniert diese Eigertour?

Eigentlich ist es ziemlich ähnlich wie das X-Alps, nur dass die Turnpoints meistens Hütten sind, so

genannte SAC-Hütten,  so Skihütten wo man besuchen muss, die sind manchmal hoch oben oder auch tiefer unten je nachdem. Manchmal sind es auch so Restaurants bei Seen, wo man, dann wieder ein bisschen hoch laufen muss, aber generell ist es so, dass man von den Hütten wieder starten kann, das ist sehr cool, weil den X-Alps sind die Turnpoints manchmal unten und dann musst du wieder hochlaufen, auch wenn es gutes Flugwetter ist und bei Eigertour kann man einfach landen und gerade wieder starten. Auch die Landungen sind immer eine ziemlich große Challenge, der Wind ist manchmal schwierig, das Gelände steinig und das ist doch für uns oder für mich meine extreme Herausforderung. Eine schöne Challenge aber, die ist eben auch mega spannend macht und das finde ich, macht die Eigertour attraktiv, dass man diese Landeskills, die man sich aneignet, zu 100% einsetzen kann und auch so auf einem gewissen Weg noch perfektionieren kann.

 

Jetzt nächstes Jahr, was sind da deine Ziele? - Also klar die X-Alps-Teilnahme, aber was hast du dir da für Ziele gesetzt? - oder gibt's noch andere Ziele fürs nächste Jahr?

Ja, es gibt ziemlich viele jetzt. Mittlerweile sind die Ziele ziemlich klar. Natürlich die X-Alps ist ein

riesen Event, alle zwei Jahre und freue ich mich extrem drauf mit einem neuen Team. Das ist jetzt auch wieder spannend. Wir hatten jetzt zwei mal hintereinander wirklich mega coolen Teamspirit. Auch letztes Jahr war extrem schön zu sehen, wie es ist wenn es so harmoniert und

wenn man sich gegenseitig ergänzen und stärken kann und das ist sicher auch ein Ziel, dass wir das nächstes Jahr wieder auf dem gleichen Niveau, vielleicht sogar noch ein bisschen besser uns ergänzen können. Dass wir Fehler, wie in Martini letztes Mal, wo wir da vom Wind runter gedrückt wurden vielleicht verhindern können oder ja so diese großen Fehler vermeiden können

und deswegen bin ich dann extrem motiviert zu sehen, was wir da noch rausholen können und auch konnte ich dieses Jahr neue Partnerschaften eingehen und da freue ich mich extrem, was da in Zukunft rauskommen wird ..ist extrem spannend und auch da haben wir schon ziemlich viele Projekte, die da am laufen sind …sei es nächstes Jahr oder auch schon in 2025 mit dem Projekte planen .. also da ist schon ziemlich weit in die Zukunft gedacht und am Konzept erstellen und schauen, wie wir das umsetzen können 

 

Wie wirst du dich dann jetzt auf die kommende Saison vorbereiten? machst du spezielles Lauftraining, Krafttraining? Gehst du nach Lateinamerika zum Fliegen? oder wie schaut deine Vorbereitung aus?

In zwei Wochen gehen wir noch nach Mexiko, auf dem Superfinal, dann noch ein bisschen

Kiten in Uruguay. Für mich muss das Training immer Spaß machen. Also ich werde sicher viel Skitouren gehen. Ich hoffe es gibt diesen Winter guten Schnee und ja dann im Frühling denke ich kann man dann schon die ersten Hike & Flyes wieder machen, sicher Steckenfliegen. Jetzt dieses Jahr war ich ziemlich intensiv unterwegs mit der Partnersuche und das hat auch ziemlich viel Arbeit mit sich gebracht was mega spannend war und mich auf ein next Level, gebracht hat. War wirklich extrem cool, aber ich sage mal, gerade das Streckefliegen hat darunter gelitten, was okay war und auch so geplant war, aber nächstes Jahr ist sicher auch wieder Streckenfliegen angesagt, sofern es das Wetter zulässt und ja da freue ich mich auch extrem drauf.

 

Wie bereitest du dich mental auf den Wettbewerb vor? - oder auf die Wettbewerbe? 

Ich habe mit OneDay-Coaching habe ich, wo wir uns strategisch vorbereiten als Team. Die
Teamvorbereitung, wo wir schauen „ja was sind unsere Stärken und was unsere Schwächen" was braucht es überhaupt und das X-Alps erfolgreich zu machen und was sind denn überhaupt Erfolgsfaktoren für uns? Was ist für uns wichtig? So all diese Erwartungen klären, Konflikte lösen, wie setzt man Rückschläge in positive Energie um, dass man damit schnell wieder nach vorne schauen kann, also solche Sachen schaue ich mir zusammen OneDay-Coaching an. letztes Jahr habe ich mit einem anderen Coach, da schon ziemlich viel Erfahrung und ja das ist auch cool, dass man mit solchen Leuten über längere Zeit zusammenarbeiten kann und das ist sicherlich auch ein Punkt, wo wir in diesem Sinne wieder ziemlich intensiv anschauen werden.

 

Wie groß ist denn dein Team? Wer wird dich, denn alles supporten?

Ich bin eigentlich ziemlich Fan von zwei Supportern, ein Hauptsupporter Tomas DiVanello, ist auch Fluglehrer/Fluglehrerin und dann noch ein Bergführer aus dem Bündnerland bei uns in der Schweiz Romano Sanales und so sind wir ein schlagkräftiges Team. Für mich passt das ziemlich gut, weil ich möchte das Team so klein, wie möglich haben, aber so, dass es machbar für jeden ist, dass nicht einer mega viel hat, aber trotzdem so klein, agil wie möglich halten. Extern ist noch ein Mediateam und ja das wächst auch von Jahr zu Jahr und jetzt mittlerweile sind die da zu vier, das wird sich noch rausstellen. Was halt mega cool ist, weil man dann wirklich hochwertigen Content hat, wenn man dann über die Zwischenjahre und auch nach den X-Alps verwenden kann und das ist auch ein extrem cooles Privileg, dass ich Spezialisten um mich herum habe, die mit kommen und mich unterstützen - oder generell, sei es auch abseits vom X-Alps, bin ich mit denen viel unterwegs, wo wir Content produzieren und das ist sicher etwas, was mir auch mega Spaß macht und wo ich das Gefühl habe, wo für mich sehr wichtig ist.

 

Was habt ihr jetzt so als Team? habt ihr so eine Vision erarbeitet? Oder kommt das erst noch? 

Stand jetzt haben wir zuerst einmal Erwartungen abgecheckt: was ist überhaupt die Motivation von jedem an diesem Rennen teilzunehmen und jetzt geht es darum, eigentlich der nächste Schritt, ist so eine Grundlage zu erschaffen, sodass jeder mal weiß, ja wie funktioniert überhaupt so ein X-Alps-Tag. Also wir werden mal einen ähnlichen Tag machen, wie das dann bei den X-Alps ist, auch wenn jetzt die Tage noch ziemlich kurz sind, aber man kann das trotzdem schon sehr gut anschauen. Dann sieht es eher aus, wie ein Film, wo man wirklich so auch auf Play drücken kann, zurückspulen, schauen was das war „das war gut, das war nicht gut“, dann kann man auch nach vorne gehen und dann wieder play und wir werden uns das so anschauen, dass wir wirklich so eine Grundlage haben, wo wir drauf aufbauen können. Dann ist auch eine Zeit in der wir Teambuilding machen, wo wir Sachen machen, die wirklich gar nichts mit X-Alps zu tun haben, einfach Zeit miteinander verbringen und dann kommt auch schon bald das erste Treffen mit OneDay und so geht das dann Schritt für Schritt vorwärts. Mittlerweile hat sich der Start um eine Woche vor verschoben, sodass wir, glaube ich am 11. Juni glaube ich ready sind.

 

Bei dem x-Alps-Profil habe ich gelesen, dass du angegeben hast, dieses mal mehr zu schlafen und mehr zu fliegen. Wie sorgst du denn für ausreichend körperliche Regenerationen?- oder mentale und körperliche Regeneration? - wie wird dir das gelingen?

Vielleicht noch der Grund dazu, ich weiß nicht wer da so eine mega schlaue Statistik gemacht hat,  wo man gesehen hat, dass ich deutlich oder weniger geflogen bin als der Simone. Aber der Simone war da ziemlich gut drin und der hat auch mehr Erholungszeit gehabt und das fand ich schon noch cool, wie der das so wirklich elegant gemacht hat und trotzdem schnell war und ja mal schauen, ob wir da nächstes Jahr an die Leistungen von Simon rankommen … wie ich das machen werde, da sind wir aktuell noch dran am Arbeiten. Ich weiß sicher, dass ich sehr schnell fliegen kann, was mir dann am Abend jeweils ein bisschen zum Verhängnis wird, wenn es schwächer wird und das sind sicher alles Praxisübungen, mit definierten Zielen, wo man das noch verbessern kann und ja ich freue mich auch .. sage ich mal .. diese Schwächen von mir anzugehen.

 

Hast du irgendwie bestimmte Rituale, die du vor einem Wettbewerb machst? Oder irgendetwas was dich, sage ich mal, in die Konzentration bringt damit du voll auf den Flug oder auf was jetzt ansteht fokussiert bist?

Während des Wettkampfes eigentlich nicht. Vor dem Wettkampf gehe ich noch gerne kitten - Foilkiten. Das ist so meine zweite Leidenschaft neben dem Fliegen. Die X-Alps ist für mich schon wichtig und es ist ein riesen Event, aber trotzdem versuche ich das so cool wie möglich anzugehen und da hilft mir, das Kiten so ein bisschen Abstand zu gewinnen und ich glaube das ist für mich noch wichtig, dass ich auch eine Woche vor dem Wettkampf immer noch Abstand gewinnen kann von dem Wettbewerb, meine Gedanken einmal bisschen woanders fliegen lassen darf

 

Während des Wettbewerbs, ihr seid ja schon in sehr beeindruckenden Landschaften unterwegs, kannst du das auch genießen? Oder kommt es erst nach dem Wettbewerb, wenn dann die Anspannung weg ist und du dir dann die Bilder anschaust was dein Video-Team aufgenommen hat? Und kannst es dann im Nachhinein genießen oder kannst du es auch schon während dem Wettbewerb? und dem Rennen genießen?

Nein, also letztes Jahr im 21, war wirklich so .. das war für mich, wenn ich geflogen bin und es ich bin viel geflogen, war es wirklich genuss pur, auch der Flug um den Monte Blanc das war so … ja da war man einfach den ganzen Flug mit einem riesen Smile unterwegs. Danach der Flug von Bellinzona zum Kronplatz, das war einfach so cool, so schön zum Fliegen, so ruhige Luft auf dem letzte Flug in Richtung Zell am See, das war wirklich, ja da hat man sehr viel Zeit um die Landschaft zu genießen und ja ich glaube schon, dass ich da extrem viele Eindrücke auch während dem Wettkampf aufgenommen habe.

 

Du hältst ja auch Vorträge über Risikomanagement, moderne Fehlerkultur, Teambuilding und verbindest das ja immer so ein bisschen mit den X-Alps. Was genau können denn die Zuhörer von Dir erfahren in diesen Vorträgen?  

Eigentlich ist es das gleiche was wir erfahren. Jetzt gerade Martini, wir hatten dort ein riesen Rückschlag.. und ich weiß noch, wo ich gelandet bin ..da waren schon Gedanken da „ja sind wir eine Stunde ..einhalb Stunden von zu Hause weg …wir können dann einfach den Bus packen und nach Hause gehen statt der Hitze am Boden unten weiter zu laufen“ im Wissen, dass alle über den Kopf fliegen .. und solche Momente, ich glaube da kann sich jeder damit identifizieren, jeder hat das im Leben einmal: einen Rückschlag. Oder etwas, dass ihm nicht gelingt und wie bei uns damals, war es dann wichtig einfach weiter zu machen und da braucht man Tools. Und für mich ist es spannend aufzuzeigen, ja wie es uns dann eben gelungen vom 6. Platz ..von diesem Rückschlag ..trotzdem den Kopf wieder nach vorne zu richten und wieder auf den zweiten Platz zu kommen. Und ich denke, dass ist ein schönes Beispiel was im Leben, im Alltag, jeden Tag allen Leuten passiert. Jeder macht Fehler, Rückschläge, aber wichtig ist dass .. ja .. ein Prozess oder ein Weg hat nach vorne zu schauen, weiter zu machen und am Ende, wenn man zurückschaut, ist es oft dann so dass man sagt hat „zum Glück habe ich da nicht aufgegeben, sonst wäre ich jetzt nicht hier“ und solche Sachen finde ich extrem spannend, dass man halt diese Verlinkungen oft vom Sport, den wir machen, in den Alltag oder auch in die Businesswelt transportieren können und halt so den Leuten von einem ganz anderen Spproach die Lösungen zeigen können, die dann manchmal .. oder auch oft ja.. einleuchtender sind als wenn man es von einem Beispiel nimmt, dass man eigentlich ja jeden Tag oder das ihm vielleicht im Alltag passiert ist, ist manchmal vielleicht nicht einleuchtend und so denke ich ist es spannend, dass man das von der Sportwelt, aufzeigen kann.

 

Wie schaffst du es denn aus so einem tiefen Loch da wieder raus zukommen? was ist es, dass dich da voran treibt und dich eben nicht nach Hause fahren lässt? sondern weitermachen lässt?

Für mich ist ziemlich einfach, ein guter Plan wie es weiter geht .. möglichst genau - that´s it.

 

Was für eine Vision hast du denn? also welches Ziel hast du denn? mit Wettbewerben, also was treibt dich da an? ich mein du sagst jetzt einen Plan haben, aber was ist denn wirklich so die innere Motivation an so einem Wettbewerb teilzunehmen?

Ich glaube in erster Linie ist es schon die Challenge, das spüre ich gerade z. B. auch beim X-Alps, das ist immer wieder eine extreme Herausforderung, es ist ein langes Rennen, das längste Hike & Fly Rennen und mit Länge meine ich nicht unbedingt die Distanz, sondern die Tage…deshalb von morgens um 5 Uhr starten bis zum Abend um 22:30 Uhr..das über 8, 9 Tage oder 10 Tage..das ist an sich schon mal eine Challenge und ich glaube jemand der gerne Wettbewerbe macht, der liebt die Challenge, der liebt die Herausforderung und das ist sicher schon einmal der eine Antrieb. Aber dann, bei den X-Alps, für mich persönlich ist es auch, als Team die Grenzen verschieben zu können und diese bewusst verschieben zu können und das finde ich bei mir selbst das schöne, dass man wirklich als Team auf den Tag X hinarbeiten kann und dann versucht im Wettbewerb ..wir sagen immer die PS möglichst gut auf den Boden bringen zu können und ja das ist immer wieder spannend zu sehen wie wir das schaffen. Und auch manchmal gelingt es besser manchmal weniger diese Kraft oder diese Power, die wir als Team haben, auf den Boden zu bringen und trotzdem .. ja gelingt es uns das so zu machen. Und dann sicher ein anderer Aspekt ist auch, dass man .. das ist fast wie eine Lebensschule jede X-Alps …auch das Gleitschirmfliegen generell ist für mich ein extreme Lebensschule wenn ich sehe was ich da schon alles lernen konnte ..und das X-Alps ja.. es pusht mich immer wieder auf ein nächstes Level hoch. Man denkt ja jetzt „jetzt kann ich fliegen, jetzt weiß ich wie das Thermikdrehen funktioniert“ ein Jahr später schaut man zurück und denkt ja damals hatte ich noch keine Ahnung und so geht es mir Jahr für Jahr und ich denke immer ja jetzt kann man ja nicht mehr viel dazu lernen und ein Jahr später ist wieder mega viel mehr im Rucksack und das ist sicher auch das X-Alps, dass dazu beiträgt, dass dieser Rucksack immer am wachsen bleibt, was dann auch wieder extrem motivierend ist zum weitermachen und das sind alles Aspekte, warum ich die X-Alps so gerne machen und warum ich auch immer wieder extrem motiviert bin dort all meine Energie reinzugeben.

 

Du hast es gesagt.. eigentlich der kürzeste Gleitschirmwitz heißt ja „ich kann’s“. Man lernt immer irgendwie dazu und jedes Mal ,wenn wir meinen „ach jetzt habe ich es kapiert“ dann .. ach doch noch nicht ..da gibt es doch noch was zu lernen. Was ist denn das erste was du machen wirst wenn du wieder zu Hause bist von den X-Alps?

Kiten gehen.

 

Sehr schön, das beruhigt dich immer. Wie schaffst du es.. also du bist Vortragsredner, du bist Testpilot, du bist Athlet …ich weiß gar nicht hast du Kinder oder bist du schon Vater?

Ja, seit sechs Monaten…

 

Herzlichen Glückwunsch! -Wie schaffst du es die ganzen Bereiche in so einer Balance zu halten? das ist ja auch nicht so ganz einfach. 

Das ist etwas was ich noch lernen muss..

  

Da hast du noch keinen Schlüssel gefunden…

Ich merke immer wieder wie ich an Orten Zeit abschneide, weil es mir hier nicht aufgeht und ja spannend wird sicher das nächste Jahr, wo ich das erste Mal mit den Testarbeiten reduzieren kann und dann habe ich mehr Zeit. Aber diese Zeit muss man auch effizient oder effektiv nutzen und das wird sicher eine Challenge, dass ich wirklich die Zeit danach gut nutze und das mache was gerade ansteht und mich nicht irgendwo verliere was vielleicht, dann erst in einem Monat gebraucht wird und das ist wirklich eine Challenge für mich, wenn ich denke ich habe einmal  Forstwart gelernt/geleert und als Testpilot durfte ich mein Hobby zum Beruf machen und mittlerweile hat man seine eigene Firma, Leute die man bezahlt die Grafikdesign machen, Text machen, Content produzieren und ja da muss auch Geld reinkommen, dass man diese bezahlen kann, aber am Ende ist es eine extreme Bereicherung, dass man zusammen mit ein paar Freunden Produkte machen kann … das ist wirklich etwas was ich extrem cool finde. Aber wie gesagt, es ist trotzdem schwierig mit all den Projekten den Überblick zu behalten und da gibt es, aber zum Glück gute Tools, die man, aber auch wissen muss, wie man die wie einsetzen kann und da bin ich jetzt noch im learning..

 

Okay, also ich möchte deine Zeit jetzt nicht zu sehr beanspruchen.. ich weiß du musst ja weiter.. sitzt ja auch schon im Auto für den nächsten Termin, aber wo können wir dich denn finden? also auf deiner Internetseite und wo noch? Wo finden sie dich wenn sie dich vielleicht auch unterstützen möchten? Oder wenn Sie einen Vortrag von dir wollen? 

Generell ist schon immer noch Homepage das Ding, aber mittlerweile gibt es ja so viele Tools, Nachrichtenportal, Instagram .. was auch immer,  wo man mich findet und so kontaktieren kann…so wie du das gemacht hast via E-Mail-Adresse ist der einfachste Weg und sonst sehr sehr gerne irgendwo in einem Startplatz oder auf dem See beim Kiten oder draußen, da bin ich auch sicher immer offenbar

 

Ich danke Patrick für dieses spannende Interview und drücke ihm und seinem Team die Daumen für die zukünftigen Abenteuer!

 

Yvonne

 

Links zu Patrick von Känel:

Webseite: https://www.patrickvonkaenel.ch/

Instagram: https://www.instagram.com/patrick_vonkaenel/

 


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