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Weihnachtsgeschenke – Psychologie des Schenkens

12. Dezember 2017 by 0 Comment
Geschenk - WinMental - Yvonne Dathe Geschenk - WinMental - Yvonne Dathe Anna Helsinki - pixabay

 

Bald ist Weihnachten und so mancher fühlt sich verpflichtet anderen Menschen, sei es Freunden, Kollegen, Kunden oder Familienmitgliedern etwas zu schenken. Für viele ist das ein Übel, das getan werden muss. Aber ist das wirklich so?

 

Was steckt hinter dem Schenken?

Geschenke sind nicht einfach nur ein Geben und Nehmen. Geschenke vertiefen und pflegen Beziehungen und helfen neue Beziehungen zu knüpfen. Häufig folgen Gegengeschenke, Dankbarkeit und manchmal auch Ansehen in der Gesellschaft.

Wenn jemand ein falsches ungeliebtes Geschenk von seinem Partner erhält, löst das ein Gefühl der Unähnlichkeit aus. Wenn sich jemand unähnlich zu einer anderen Person fühlt, entsteht Distanz, welche zu einer Krise führen kann. Dies fanden zumindest Elisabeth Dunn und ihre Kollegen von der University of British Columbia heraus.

Schenken ist also eine Form der Kommunikation. „Ein Geschenk stellt eine Aussage in den Raum, und der Beschenkte muss darauf irgendwie reagieren. Im Unterschied zum Gespräch haben wir es aber nicht mit einem Wort zu tun, sondern mit einem Gegenstand. Dadurch lässt sich die Kommunikation nicht so leicht ignorieren“, so Holger Schwaiger.

 

Wissenschaftliche Fakten zum Schenken:

  • Der finanzielle Wert des Geschenkes ist nicht entscheidend. In einer Studie konnten Francis Flynn & Gabrielle Adams von der Stanford University zeigen, dass ein iPod und eine CD für den Beschenkten gleichwertig empfunden wird.

  • Der Absender sollte etwas über sich preisgeben. Lara Aknin untersuchte, was besser ankam ein iTunes Song der zu dem Beschenkten passt oder ein Song, der zum Absender (Selbstoffenbarung) passte. Interessanter Weise, wurde die Beziehung zum Schenkenden positiver von den Beschenkten bewertet, wenn das Geschenk dessen Musikgeschmack widerspiegelte.

  • Ein Geschenk kann vorhersagen, wie lange eine Beziehung halten wird. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass Männer und Frauen länger in einer Beziehung blieben, wenn diese vom Partner etwas erhielten, was die Beziehung für das Umfeld sichtbar machte (z.B. Uhren, Schmuck, selber Pullover) . Ming-Hui Huang und Shihti Yu, National Chung Cheng University (Taiwan)

 

 Was ist denn nun ein gutes Geschenk?

Wichtiger als der Preis eines Geschenkes ist das individuelle Eingehen auf die Wünsche des Empfängers. Ein achtsam ausgewähltes Geschenk, zeigt dem Empfänger, wieviel er dir bedeutet.

Wenn sich jemand bereits dazu geäußert hat, was er oder sie gerne hätte, dann solltest du darauf eingehen. In einer Studie zeigte sich nämlich, dass sich die Beschenkten viel mehr über vorausgesuchte Wünsche ihrer eigenen Wunschliste freuten, als über Geschenke, die der Schenker selbst ausgesucht hat. Es lohnt sich also, im Vorfeld Achtsam zu sein und genau hinzu hören, was der Beschenkte, denn gerne hätte.

Geldgeschenke kamen übrigens noch besser an.

Vielleicht denkst du der „Gute Wille“ an sich, reicht doch sicher. Doch da täuschst du dich! Es zeigte sich nämlich, dass der gute Wille nicht reicht. Wenn ein Geschenk nicht gefällt, dann freut sich der Beschenkte auch nicht ehrlich darüber, es kann höchstens sein, dass er dir etwas vorspielt, um deine Gefühle nicht zu verletzten. /Yan Zhang von der National University in Singapur und Nicholas Epley von der University in Chicago)

Wenn du dein Umfeld glücklich machen möchtest, dann solltest du deine eigenen Vorlieben über Board werfen. Es geht um die Person, welcher du etwas schenkst. Versuche dich daher in den anderen hineinzuversetzen – ich weiß das ist nicht einfach! Aber du möchtest doch sicher, dass er sich über dein Geschenk freut, oder?

 

Hier nun ein paar Geschenk-Ideen:

  • Zeit
    Mangelware ist heute gemeinsame Zeit. Wie wäre es also mit einem gemeinsamen Gleitschirm-Flug, Ausflug, Kinobesuch, Essen oder ein anderes schönes Abenteuer? Gemeinsame Erlebnisse bleiben in Gedanken hängen, auch über Jahre. Sachen hin gegen verlieren häufig ihren Wert mit der Zeit.

  • Selbstgemachtes
    Damit zeigst du dem Beschenkten, dass er dir viel Wert ist. Denn selbstgemachtes braucht Zeit und die ist bekanntlich kostbar. Eine Inspiration habe ich neulich entdeckt mit dem „Wenn... - Buch“. Hier werden alle möglichen Dinge genannt, die der Beschenkte tun könnte, oder was ihm helfen könnte, wenn eine bestimmte Situation eintritt, wie z.B. "Wenn du mal traurig bist, ... (Taschentuch eingeklebt)".  Es gibt aber auch viele andere Dinge, die du basteln könntest, schau doch einfach mal im Internet, es gibt zahlreiche Video-Anleitungen oder DIY-Blogs (Do-it-Yourself).

  • Deine Arbeitskraft
    Du könntest deine Hilfe anbieten. z.B. zum Gartenarbeiten, Frühjahrsputz, Fahrdienst oder anderen Tätigkeiten. So machst du was gutes, der andere freut sich und vielleicht verbringt ihr sogar wieder etwas Zeit miteinander.

  • Spenden
    Du könntest mit deinen Liebsten auch vereinbaren, dass ihr eure Geschenke spendet. Ist grundsätzlich eine gute Idee, allerdings solltest du darauf achten, dass ihr euch vorher wirklich darauf geeinigt habt. Einfach so könnte der Schuss nach hinten los gehen.

  • Gebrauchtes
    Es muss auch nicht immer etwas Neues sein. Laut einer Studie, sagten 77% der Befragten, dass es ihnen wichtiger sei, dass sie sich über das Geschenk freuten. Ob es Neu war, sei eher unwichtig.

  • Weiterentwicklung
    Vielleicht möchtest du ein nachhaltigeres Geschenk verschenken, bei dem sich der Beschenkte innerlich weiterentwickeln kann. Wie wäre es mit einem Achtsamkeitskurs oder der POSIMISMUS-Challenge? (Bei Interesse, schreib einfach eine eMail an mich!)
  • Bitcoin
    Kryptowährungen sind immer beliebter. Du könntest also deinen Liebsten mal ein außergewöhnliches Geschenk machen und Bitcoin verschenken. Wie das geht, hat Birgitt hier beschrieben. Sie schenkt ihrer Tochter dieses Jahr Bitcoin als Geschenkkarte.

 

Fazit:

Ich hoffe Du konntest ein paar Anregungen für deine Weihnachtsgeschenke finden. Übrigens hat die Wissenschaft auch bewiesen (Gerald Hüther - Hirnforscher), dass Schenken glücklich macht. Denn die Beziehungen mit anderen werden verstärkt wodurch ein Verbundenheitsgefühl entsteht. Dieses Gefühl sorgt für eine Dopamin-Endorphin-Ausschüttung im Gehirn und dieser Cocktail senkt das Stresslevel und macht uns Glücklich.

Wie sind deine Erfahrungen? - Hast du eventuell Anregungen oder Ergänzungen? - Lass es mich wissen!

Ich wünsche dir viel Aufwind beim Schenken!

Yvonne

Quellen

  • Grant, Adam. „Geben und Nehmen: Erfolgreich sein zum Vorteil aller" Droemer, 2013
  • Scwaiger, Holger. Schenken, UVK, 2011
  • Nees, Melanie. „Besser schenken“ Gehirn & Geist 01/2017. S. 32-35
  • Dunn, E. W. et al.: The Gift of Similarity: How Good and Bad Gifts Influence Relationships. In: Social Cognition 26, S. 469-481, 2008
  • Flynn, F. J., Adams, G. S.: Money Can’t Buy Love: Asymmetric Beliefs About Gift Price and Feelings of Appreciation. In: Journal of Experimental Social Psychology 45, S. 404-409, 2009
  • Gino, F., Flynn, F. J.: Give Them What They Want: The Benefits of Explicitness in Gift Exchange. In: Journal of Experimental Social Psychology 47, S. 915-922, 2011
  • Zhang, Y., Epley, N.: Exaggerated, Mispredicted, and Misplaced: When „It’s the Thought That Counts“ in Gift Exchanges. In: Journal of Experimental Psychology 141, S. 667-681, 2012

 

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Yvonne

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Yvonne Dathe

Lösungsorientierte Beraterin mit betriebswirtschaftlichem und psychologischen Hintergrund. Gleitschirmpilotin seit 1994 und Lebensfreude-Spezialistin.

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