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Vermeidungsverhalten überwinden

07. September 2017 by 0 Comment

Anton ist frustriert und ärgert sich, als er am Abend vor seinem Computer sitzt. Im XC sind wieder zahlreiche tolle Flüge von Piloten aus seinem Heimatfluggebiet eingereicht worden. Doch er, obwohl er doch Zeit hatte ist nicht zum Fliegen gegangen.

 

  

Der Grund

Der Wetterbericht war sich nicht ganz einig, sodass er lieber im Garten gearbeitet hat, als zum Fliegen zu gehen. Doch offensichtlich ging es ja doch – wie so oft in der Vergangenheit.

Normalerweise ist es gut, bei unsicheren Bedingungen am Boden zu bleiben. Doch bei Anton zeigt sich inzwischen ein Muster. Innerlich möchte er gerne zum Gleitschirmfliegen gehen, doch sobald der Tag da ist, reicht ein kleines negatives Anzeichen und schon findet er tausend Gründe, warum andere Dinge wichtiger sind.

 

Folge einer Vermeidungsstrategie

Er kommt kaum noch zum Fliegen, obwohl er seine Zeit frei einteilen kann. Folglich gibt es immer mehr Situationen, die ihn verunsichern. So kommt Anton immer weniger zum Fliegen und die Hürde fliegen zu gehen wird immer größer.

So oder so ähnlich geht es Vielen die Angst haben, das muss sich nicht auf fliegerische Situationen beschränken. Vermeidung ist eine Strategie, die kurzfristig für mehr wohlbefinden sorgt. Doch schon bald holt die Furcht einen wieder ein und immer mehr Situationen werden vermieden. Der Freiraum wird immer weiter durch die Unsicherheit eingeschränkt.

 

Der Teufelskreis der Angst

Der Beginn einer Furcht ist zunächst die Wahrnehmung der Situation. Wie die Wahrnehmung ist, kann sehr unterschiedlich sein. Sie wird maßgeblich durch Erfahrungen beeinflusst. Hier gibt es kein richtig oder falsch, wie das Beispiel der Rubenschen Vase verdeutlicht (Vase oder zwei Gesichter?).

Rubinsche Becher

 

Auf die Wahrnehmung folgen erste Gedanken und Bewertungen. Bei Anton tauchen hier Gedanken auf, wie „der Wind passt heute nicht, da arbeite ich lieber im Garten“ oder „die Flugbedingungen überfordern mich sicher“.

Es entsteht ein Gefühl der Unsicherheit, Bedrängnis oder sogar Angst. Auch körperlich spürt Anton, wie sich sein Magen zuschnürt und sein Herz etwas schneller schlägt.

Erst als er die Entscheidung trifft, doch etwas anderes zu tun, lassen die negativen Gedanken nach und auch der Körper entspannt sich wieder.

Kurzfristig fühlt sich Anton wohl, doch spätestens am Abend ärgert er sich, denn es wäre ja doch gegangen. Die Flugbedingungen waren ja offensichtlich doch gut.

 

Ein Lösungsansatz

Um den Teufelskreis zu durchbrechen, ist es wichtig zu erkennen, dass das „Monster Angst“ kein Monster ist. Es ist lediglich ein Signal, dass einen Hinweis darauf gibt, wie die Situation eingeschätzt wird. Gerade in Unbekannten Situationen oder wenn die Überzeugung vorliegt der Situation nicht gewachsen zu sein, entsteht dieses Warnsignal.

Außerdem ist es wichtig zu akzeptieren, dass die Angst zur Zeit da ist. Die körperlichen Empfindungen sind sicherlich unangenehm, aber nicht gefährlich. Viele körperliche Reaktionen, wie erhöhter Puls entstehen auch in anderen Situationen, wie z.B. beim Bergsteigen.

Schlussendlich gilt es selbst zu entscheiden, was die Folgen des Warnsignals sind: Vermeidung oder trotz der Unsicherheit handeln.

Entscheidet die Angst über das Verhalten, wird die Situation gemieden. Kurzfristig geht es einem dann zwar besser, aber langfristig wird der Bewegungsradius immer mehr eingeschränkt.

Wer selbst die Führung über sein Handeln übernimmt, akzeptiert, dass die Furcht als Begleiter dabei ist. Es ist möglich beruhigend mit der Angst zu sprechen. Manchmal meldet sie sich leiser oder lauter zu Wort. Der Unterschied ist, dass die Person entscheidet was zu tun oder nicht zu tun ist und nicht die Angst.

 

Was macht Anton?

Anton hat sich dazu entschieden wieder die Führung in seinem Leben zu übernehmen. Er hat sich fest vorgenommen, auch wenn der Wetterbericht nicht perfekt ist, zumindest an den Berg zu fahren und sich vor Ort über die Bedingungen zu informieren. Wenn diese dann wirklich nicht passen, kann er immer noch nach Hause fahren.

Außerdem macht Anton nun wieder häufiger Groundhandling, um das Gefühl für den Schirm und seine Startfertigkeiten zu verbessern. Je mehr er trainiert, desto besser kommt er mit den Bedingungen am Startplatz und in der Luft zurecht.

Seit seiner Entscheidung kommt er wieder öfter in die Luft. Anfangs ist er häufiger wieder Heim gefahren. Doch mit zunehmender Flugpraxis und Routine, fühlt er sich immer sicherer.

 

Fazit:

Solltest du Ängste haben, gestehe dir diese ein. Akzeptiere, dass du dich im Moment unsicher fühlst. Überlege dir Strategien, welche dir helfen könnten deine Furcht zu überwinden. Entscheide dich dann dafür, die Führung über dein Handeln zu übernehmen. Falls notwendig suche dir Unterstützung im Freundeskreis oder professionelle Beratung.

Ich wünsche dir viel Aufwind in allen Lebensbereichen

 

Yvonne

 

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Yvonne Dathe

Lösungsorientierte Beraterin mit betriebswirtschaftlichem und psychologischen Hintergrund. Gleitschirmpilotin seit 1994 und Lebensfreude-Spezialistin.

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