Mit Lebensfreude Grenzen überfliegen...

Donnerstag, 07 Februar 2013 14:09

15 Ausdauer und Geduld sind lernbar Empfehlung

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15 Ausdauer und Geduld sind lernbar Image by Pexels from Pixabay

Geht es dir auch so, dass du einfach manchmal zu ungeduldig bist und vorzeitig aufgibst? Würdest du dir wünschen einfach mit mehr Gelassenheit manche Dinge anzugehen? Dann habe ich eine gute Nachricht für dich - Ausdauer und Geduld sind lernbar:

 

Im letzten Monat gab es keinen Podcast, da ich vom PWC-Superfinale in Rodanillo (Kolumbien) berichtet habe. Vielen Dank für deine Geduld!

Und da sind wir auch schon beim Thema. „Geduld ist eine Tugend“ heißt es. Geduld ist beim Fliegen genau so wie im privaten oder beruflichen Bereich oft notwendig. Doch vielen fällt es schwer, die notwenige Geduld aufzubringen. Beim Streckenfliegen „einzuparken“ und warten bis die nächste Thermik durchzieht, kann manchmal eine Weile dauern. Doch ist der Rückweg ohne Geduld oft sehr mühseelig. Letzte Woche fragte mich einer: „Wie schaffe ich es, eine halbe, dreiviertel oder sogar Stunde abzuwarten? - Spätestens nach einer halben Stunde ist es mit der Geduld vorbei und ich gehe landen.“

Ja, das ist nicht einfach. Auch ich kenne diese Situation, vor allem dann wenn ich an einem Wettbewerb teilnehme und tief komme. Oft habe ich das Gefühl „Alle!“ fliegen über mich drüber und sind auf und davon. In der Vergangenheit bin ich in solch einer Situation, dann auch öfter landen gegangen, weil ich glaubte „das hat ja eh keinen Sinn mehr“. Im nachhinein ärgerte ich mich oft über mich selbst. Auch in anderen Situationen ging es mir manchmal so, dass es einfach nicht schnell genug ging. In kürzester Zeit musste alles erledigt sein.

Die heutige Zeit ist sehr schnelllebig und Geduld ist zwar eine Tugend, doch viele haben sie verlernt. Ungeduldige Menschen geben schneller bei auftretenden Hindernissen auf und erreichen ihre Ziele nicht. Außerdem können sich schnell Fehler einschleichen. Wer nicht warten kann ist oft gestresst, was nicht selten zu Konflikten mit anderen Menschen führt. „Hab' Geduld in allen Dingen, vor allem aber mit dir selbst“ besagt ein Sprichwort von Franz Sales.

Das ist leichter gesagt als getan. Aber es gibt eine gute Nachricht: Geduld ist lernbar!

Selbst ich, habe es geschafft in vielen Situationen ruhiger, gelassener und damit auch geduldiger zu sein. Wenn auch du das erreichen möchtest, dann habe ich hier ein paar Tipps für dich:

  1. Notiere dir die „Ungeduldssituationen“
    Wie immer ist erst einmal eine Analyse notwendig. Also schreibe dir am besten alle Situationen auf, in denen du bisher ungeduldig warst, zu schnell aufgegeben hast oder in rasche gekommen bist.

  2. Hinterfrage die Situation
    Warum schafftest du es nicht ruhig und gelassen zu bleiben? Was hat dich aus der Bahn geworfen und dazu geführt, dass der Geduldsfaden im wahrsten Sinne des Wortes gerissen ist?

  3. Neubewertung der Situation!
    Oft verbirgt sich ein negatives Selbstgespräch hinter der Ungeduld. Bist du diesem auf die Schliche gekommen, überlege dir, welche Worte dir eher geholfen hätten. Mich z.B. hat früher immer wieder aufgeregt, wenn ich auf eine Freundin warten musst, die einfach nicht fertig wurde. Es dauerte ewig, bis sie ihre sieben Sachen bei einander hatte und wir gemeinsam los konnten. Ich habe herausgefunden, dass ich mir immer wieder die Frage gestellt hatte: "warum das nicht schneller ginge und warum sie mich hier so unnötig warten lies." Als mir das bewusst wurde, überlegte ich mir, was gut daran war. Ich stellte fest, dass meine Freunde einfach so lange brauchte, um sicher zu gehen, dass sie alle Geräte ausgeschaltet hatte, alles eingepackt hatte und sie einfach sehr gewissenhaft war. Dadurch vergass sie auch nie irgendetwas und sie war immer perfekt auf unsere Vorhaben vorbereitet. Mit dieser neu gewonnen Einstellung fiel es mir leichter, gelassen auf sie zu warten. Welche Gedanken können dir helfen, Situationen gelassener zu sehen? Welche Vorteile ergeben sich daraus, dass du jetzt warten musst?

  4. Lenke dich ab
    In Manchen Situationen kann es helfen sich abzulenken. Beim eingangs erwähnten Beispiel, wie ein Gleitschirmflieger auf die nächste Thermik warten muss, wäre es zum Beispiel möglich, die Landschaft zu genießen. So lange du dich halten kannst, fliegst du noch – darüber kannst du dich schon mal freuen (Neubewertung der Situation). Anschließend genieße die Umgebung. Vielleicht entdeckst du Vögel, irgendwelche landschaftlichen Besonderheiten oder andere Dinge die dir im Moment gefallen und auf die du deine Aufmerksamkeit lenken kannst. Ich konzentriere mich in solch einer Situation immer auf mein Vario. Dort habe ich als Erinnerungshilfe aufgeschrieben „Durchhalten“ und „Locker bleiben“. Die Höhenanzeige bestätigt mir, dass ich mich auf meiner Höhe halten kann oder bestenfalls sogar ein wenig steige. Die Vorstellung heimzufliegen, anstatt zu trampen wirkt zusätzlich motivierend.

  5. Entspanne dich!
    Eine weitere Möglichkeit sich abzulenken, wäre es sich bewusst zu entspannen. Hier gibt es verschiedenen Möglichkeiten, die nicht nur beim Fliegen sondern auch im hektischen Alltag zwischendurch mal helfen können. Z.B. die Atementspannung, Progressive Muskelentspannung oder einfach nur das Hören einer entspannenden Musik.

  6. Übung macht den Meister
    Ungeduld ist ein routiniertes Denkmuster. Solch eine „Gewohnheit“ entsteht nicht über Nacht. Über Jahre hast dieses Muster entwickelt und immer wieder angewendet. Nun zu glauben, allein weil du es dir vorgenommen hast, ist alles anders wäre illusorisch. Dazu braucht es schon ein wenig Übung. Überlege dir Situationen in denen du in Zukunft höchstwahrscheinlich wieder ungeduldig werden wirst. Dann überlege dir eine Strategie, wie du es schaffen könntest diese Situation mit Bravour zu meistern. Welche Gedanken können dir helfen? Kannst du dich auf etwas anderes konzentrieren? Welche Entspannungsübungen könntest du vielleicht durchführen? Hast du eine Strategie entwickelt gilt es diese auch anzuwenden. Dazu wähle zunächst eine gut zu bewältigende Situation und trainiere. Es kann durch aus sein, dass du am Anfang immer mal wieder in dein altes Muster zurück fällst. Das ist ganz normal, doch wenn du merkst, dass wieder deine alte Gewohnheit zugeschlagen hat, dann ist das schon ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Beim nächsten Mal ist es dir dann vielleicht möglich, geduldig und gelassen zu warten.

Abschließend noch eine Kurzgeschichte von Till Eulenspiegel die mir liebenswerter weise eine Zuhörerin von einem Vortrag geschickt hat und wie ich denke ganz gut zum Thema passt:

Till Eulenspiegel ging eines schönen Tages mit seinem Bündel an Habseligkeiten zu Fuß zur nächsten Stadt. Auf einmal hörte er, wie sich schnell Hufgeräusche näherten und eine Kutsche hielt neben ihm.

Der Kutscher hatte es sehr eilig und rief: „Sag schnell – wie weit ist es bis zur nächsten Stadt?“

Till Eulenspiegel antwortete: „Wenn ihr langsam fahrt, dauert es wohl eine halbe Stunde. Fahrt ihr schnell, so dauert es zwei Stunden, mein Herr.“

„Du Narr“, schimpfte der Kutscher und trieb die Pferde zu einem schnellen Galopp an und die Kutsche entschwand Till Eulenspiegel Blick.

Till Eulenspiegel ging gemächlich seines Weges auf der Straße, die viele Schlaglöcher hatte. Nach etwa einer Stunde sah er nach einer Kurve eine Kutsche im Graben liegen. Die Vorderachse war gebrochen und es war just der Kutscher von vorhin, der sich nun fluchend daran machte, die Kutsche zu reparieren.

Der Kutscher bedachte Till Eulenspiegel mit einem bösen und vorwurfsvollen Blick, worauf dieser nur sagte: „Ich sagte doch: Wenn ihr langsam fahrt, eine halbe Stunde…..“

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Ausdauer und Kraft zum Durchhalten!

Ich freue mich, wenn du auch das nächste Mal wieder mit dabei bist. Hast du Fragen oder Anregungen, schreibe mir bitte eine eMail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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