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Warum du bei Entscheidungen auch auf deinen Bauch hören solltest

03. März 2016 by 0 Comment

Entscheidungsproblematik bearbeitet 2Die meisten unter uns kommen hin und wieder in Situationen in denen es schwer ist sich zu entscheiden. Es stehen mehrere Lösungen zur Verfügung und oft nicht alle Informationen oder zu viele. Verunsicherung führt dann dazu, dass lange gegrübelt und doch keine Entscheidung getroffen wird. Beim Fliegen und auch in anderen Situationen des täglichen beruflichen oder privaten Lebens stehen wir vor der Herausforderung sich unter Zeitdruck entscheiden zu dürfen. Die Lösung aus diesem Gedankendilemma ist das Vertrauen in deine Intuition.

Was ist Intuition?

Gerd Gigerenzen, ein deutscher Psychologe, beschreibt in seinem Buch "Risiko: Wie man gute Entscheidungen trifft" Intuition als gefühltes Wissen, das Ergebnisse im Millisekundenbereich liefert. Die Gründe, warum ein bestimmtes Ergebnis geliefert wird sind uns nicht bewusst. Allerdings ist das Gefühl dafür stark genug, um danach zu handeln.

Oft sind die ersten Gedankenblitze die Besten. Was als intuitives Entscheiden bezeichnet wird, ist das unterbewusste Verarbeiten der Sinneseindrücke die ständig auf uns einströmen. Es gibt Schätzungen nach denen pro Sekunde zwölf Millionen Sinneseindrücke auf den Organismus einströmen. Lediglich 40 können bewusst von unserem Verstand verarbeitet werden. Der Rest wird vom "Bauch" weiterverarbeitet und erkennt schneller als der Kopf ein Muster. Dieses Muster gleicht er mit aus der Vergangenheit gespeicherten Mustern ab und liefert in Form von Gefühlen und Emotionen mögliche Handlungsalternativen.

Je mehr Erfahrung du hast, also je mehr Muster du bereits erlebt und abgespeichert hast, desto besser sind deine intuitiv getroffenen Entscheidungen.

Doch Intuition erlaubt nicht nur schnellere Entscheidungen, sondern spart auch Energie. Schließlich hat der Kopf bereits hart gearbeitet, um Millionen von Informationsfetzen zu sammeln, ehe es zum ersten Mal intuitiv entscheiden kann. "Informationsscheibchen" nennt Malcolm Gladwell diesen Vorgang in seinem Buch "Blink! Die Macht des Moments". Er beschreibt das intuitive Vorgehen des Gehirns als "Scheibchenschneiden": "Auf Grundlage extrem dünner Scheiben von Erfahrung entdeckt das Unterbewusstsein Muster in Situationen und Verhaltensweisen," erklärt Gladwell. Dazu bediene es sich einfacher Faustregeln, die erst dadurch gültig werden, das unser Gehirn die ausgeblendeten Informationen durch Annahmen ergänzt. "Da kann doch nichts vernünftiges rauskommen", denkst du vielleicht? Doch aus der Evolution haben wir gelernt, Schlüsse über die Umwelt zu ziehen. Wenn Steinzeitmenschen ein Knacken vor ihrer Höhle hörten, war das nicht einfach nur ein Geräusch. Es konnte auch ein wildes Tier sein. Zum Überleben war und ist es notwendig, dass dein Gehirn Muster statt Einzelheiten analysiert. Wenn sich der Geruch aus der Küche verändert, geht dein Gehirn zunächst von einer Gefahr aus. Diese Abfolge erst vom Schlimmsten auszugehen, kann dir im Ernstfall das Leben retten.

Nutze Faustformeln

Die Intuition greift häufig auf einfache bewährte Faustformeln sog. Heuristiken zurück. Eine dieser Formeln kennst du sicher : "Wenn du einen Ball fangen möchtest, dann beobachtest du auf die Flugbahn des Balles und achtest darauf, dass der Winkel konstant bleibt. Über deine Bewegung gleichst du Veränderungen aus.“ Diese einfache Faustformel wird Blickheuristik genannt und funktioniert ohne, dass du erst die Flugbahn berechnen musst, sogar wenn Seitenwind oder andere Einflüsse die Flugbahn stören sollte. Solche einfachen Faustformeln können entweder bewusst oder intuitiv angewendet werden.

Andreas Zeuch beschreibt in seinem Buch "Feel it!: So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen" ein Beispiel für die Wirksamkeit von Intuition: "2003 fuhrten zwei amerikanische Psychologen ein Experiment durch. Es wurden 85 erfahrene Handballspieler beauftragt, Videoaufnahmen hochkarätiger Spiele anzusehen. Alle Szenen dauerten zehn Sekunden und wurden mit einem Standbild beendet. Jeder Teilnehmer sollte sich vorstellen, er wäre der im Video gezeigte Spieler. Wenn das Standbild erschien, sollten die Teilnehmer möglichst schnell den nächsten meistversprechenden Spielzug benennen. Nach dieser ersten Phase des intuitiven Urteilens bekamen die Versuchspersonen mehr Zeit für ihre Entscheidung. Sie sollten möglichst genau und präzise beobachten, um dann nach 45 Sekunden den besten Spielzug vorzuschlagen. Die Qualität der Spielzüge wurde anschließend durch Trainer der Profiliga bewertet. Eigentlich ist anzunehmen, die Versuchspersonen wären beim zweiten Durchlauf erfolgreicher gewesen, da ihnen mehr Zeit zur Verfügung stand. Doch tatsächlich waren die intuitiven den rationalen, auf mehr Informationen basierenden Spielzügen, im Durchschnitt überlegen."

Interessant ist, dass Intuition auch bei Anfängern funktioniert. Experimente haben gezeigt, egal ob Experte oder Laie, es ist oft besser seinem "Gefühl", also der Intuition, zu vertrauen, als lange über eine Sache nachzudenken. In einer Studie der beiden deutschen Professoren Alexander Renkl und Hans Gruber wurden Studenten der Betriebswirtschaft bzw. der Pädagogik und Psychologie gebeten, an einem Computerplanspiel teilzunehmen. Die Studenten hatten zwei Einflussmöglichkeiten: Sie konnten die Verkaufspreise und Produktionsmenge ändern. Erstaunlich war, dass die Studenten der Betriebswirtschaftslehre im Durchschnitt niedrigere Gewinne erzielten, als die Pädagogik- oder Psychologiestudenten. Die Forscher stellten fest, dass die angehenden Betriebswirte zwar über ein höheres ökonomisches Wissen verfügten als die Pädagogen und Psychologen, aber trotzdem die Aufgabe nicht besser lösen konnten. Nur in einem Punkt waren sie den Wirtschaftslaien überlegen: Sie konnten besser über das Problem theoretisieren.

Problematik der Intuition

Leider kannst du dich nicht immer auf die Intuition verlassen. Über deine Sinne nimmst du die Welt um dich herum wahr. Während eines Fluges spürst du die Luft (ruhig oder turbulent?), du siehst die Wolken (weiße Kumulus- oder dunkle Gewitterwolken?), du hörst den Wind oder das Piepsen deines Varios. Du riechst die aufsteigende Luft (Rauchgeruch oder Kiefernduft) und beobachtest andere Piloten oder Vögel. Dabei wirst du vielleicht bestimmte Dinge falsch deuten. Auf den BaWü-Open (Baden Württembergische Meisterschaft) in Oppenau sind vor ein paar Jahren viele Piloten einen Hügel nicht angeflogen, weil die Windräder auf dem Hügel sich nicht drehten. Die Piloten waren der Meinung dort sei kein Wind. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Windräder ausgeschaltet waren. Die persönliche Wahrnehmung bzw. die Interpretation der Situation hat den Piloten einen Streich gespielt. Um aus solchen Fehlern für die Zukunft zu lernen, ist es wichtig, dass du deine Situationen im Nachhinein nochmals analysierst. Stelle dir die Fragen: "Was habe ich gut gemacht?" und "Was könnte ich beim nächsten Mal noch verbessern?".

Achte auf deine Körpersignale

Dein Körper (insbesondere dein Bauch) gibt dir Signale in Form von Emotionen und Gefühlen. Bei schwierigen Entscheidungen beginnt dein Körper vor lauter Vorfreude zu kribbeln. Du musst nun noch in der Lage sein, dieses Gefühl richtig zu deuten. Dazu ist die Fähigkeit, auf den eigenen Körper zu achten und zu verstehen, was er einem sagen möchte notwendig. Nur so kannst du die Intuition sinnvoll einsetzen. Wenn du möchtest kannst du diesen Body Scan von der TK machen, um ein besseres Gespür für Deinen Körper zu bekommen:

Body Scan als mp3

Kopf und Bauch

Die Frage, wie eine schnelle Entscheidung zu treffen ist, ist keine Frage von "Bauch" oder "Verstand". Wichtig ist es auf beide zu hören und überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Die Intuition kann viel schneller Entscheidungen treffen als der bewusste Verstand. Viele gute Piloten, können im Nachhinein gar nicht sagen, warum sie die eine und nicht die andere Route gewahlt haben. Die Entscheidung wurde im Bauch getroffen. Ihre Erfahrung und ihr Wissen haben in ihrem Unterbewusstsein Muster hinterlassen, auf die sie während des Fluges intuitiv zugreifen konnen.

Wenn dir alle Wahrscheinlichkeiten und Informationen bekannt sein und du genügend Zeit hast, dann nutze deinen Verstand. Wenn du allerdings viele Unsicherheiten über die Zukunft hast und vielleicht noch unter Zeitdruck stehst, dann vertraue deiner Intuition.

Habe den Mut Entscheidungen zu treffen und stehe zu ihnen. Mut ist die Mitte zwischen Feigheit und Leichtsinn. Leichtsinnig zu handeln wäre dumm, aber aus Angst vor Fehlentscheidungen gar keine Entscheidung zu treffen ist es genau so.

Hab den Mut auch mal eine Fehlentscheidung zu treffen. Das ist nicht schlimm. Fehler sind gut und müssen gemacht werden, um besser zu werden.

Ich wünsche dir viel Aufwind bei deinen Entscheidungen und freue mich über einen Kommentar von dir!

Liebe Grüße Yvonne;

 

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Yvonne Dathe

Lösungsorientierte Beraterin mit betriebswirtschaftlichem und psychologischen Hintergrund. Gleitschirmpilotin seit 1994 und Lebensfreude-Spezialistin.

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