Mit Lebensfreude Grenzen überfliegen!

X-Alps-Rückblick

09. Juli 2015 by 0 Comment Fliegen/Sport 3553 Views
Start X-Alps 2015 Start X-Alps 2015 Thomas Ide

Start am Mozartplatz

Am Morgen des 5. Juli wurden wir, die Piloten der Red Bull X-Alps, um 9:15 Uhr von Fuschl mit dem Bus nach Salzburg zum Mozartplatz gefahren. Dort erwarteten uns Pressevertreter, Interviews und einige Zuschauer, die gerne mit uns sprechen wollten. Ziemlich heiß war es an diesem Sonntag. Im Radio sprachen sie von dem vielleicht heißesten Tag des Jahres mit rund 37 Grad. Auf dem Platz waren ein paar Zelte für uns aufgestellt, die Schatten spendeten und es gab Wasser zu trinken. Die letzte drei viertel Stunde vor dem Start verbrachte ich mit Thomas im Innenhof eines Gebäudes, da es hier kühler als auf dem Mozartplatz war. Dennoch trank ich bereits vor dem Start gut 2 Liter Wasser.

 

Aufstieg zum Gaisberg

Für mich war klar, ich würde nicht all zu schnell den Weg auf dem Gaisberg angehen, vor allem bei den Temperaturen. Ich wollte auf jeden Fall in einem guten Zustand auf dem Gipfel ankommen, um dann gut fliegen zu können. Einige sprachen von sehr guten Flugbedingungen und die wollte ich auf jeden Fall nutzen.

Start des Rennens

Um 11:30 Uhr starteten die ersten drei des Prologs (Paul, Stanislav und Garvin). Fünf Minuten später starteten ich und die anderen Teilnehmer der X-Alps. Zunächst ging es über den Mozartplatz durch die Altstadt und raus auf die Straße. Im Briefing wurde uns gesagt, es würde ein Radfahrer vorne weg fahren und es gäbe Auszeichnungen die den vorgeschriebenen Weg markierten. Wir bräuchten uns keine Sorgen machen, wir könnten uns nicht verlaufen. Darauf hatten wir uns verlassen. Auf der Straße liefen die Teilnehmer vor mir nach rechts dem Fluss entlang. An der Brücke stand ein Streckenposten, der uns über die Brücke führte. Hier kam Thomas, mein Lebensgefährte und Supporter, zu mir und lief mit mir den Weg. Ich entschloss mich hier das Joggen zu beenden und im Laufschritt weiter zu gehen. Dadurch verlor ich den Anschluss zu der Gruppe. Die relativ chaotisch quer über die Straßen weiter liefen. Von einem Fahrrad oder irgendwelchen Markierungen war nichts zu sehen. Aus der Grafik von der Strecke, die uns gezeigt wurde, war klar, dass nicht der direkte Weg, welcher durch eine Fußgängerunterführung führte, erlaubt war. Wir mussten auf jeden Fall rechts davon vorbei. Also vertrauten wir auf unser Oregon – Navigationsgerät, welches wir von der Organisation ausgeteilt bekommen hatten, um den Weg zu finden. Doch dieses führte uns im Zick-Zack-Kurs durch Salzburg. Irgendwann kamen wir wieder auf die Gaisbergstraße. Nachdem wir einige Sackgassen vor und wieder zurück gelaufen waren, entschieden wir uns nun für „unseren“ Weg auf den Gaisberg. Wir liefen die bekannte Strecke nordseitig auf den Gaisberg. Und auf wundersame Weise tauchten auf halber Strecke tatsächlich Schilder auf, mit der Beschriftugn „Zum Turnpoint Gaisberg“. Am Berg war der Weg allerdings klar, denn hier gab es nur einen...

Ankunft am Gaisberg

1. Tagesverlauf

Der Weg führte durch den Wald. Auf den letzten Metern kam uns ein Organisationsteam entgegen, welche uns die Fahne gaben und die letzten Meter des Aufstiegs filmen wollten. Am Startplatz wartete eine Menschenmenge auf uns. Der erste Vorflieger (ich wusste gar nicht, dass es so etwas gab) war bereits in der Luft. Chrigel Maurer flog auch bereits die ersten Wing Over vor dem Startplatz. Ich suchte mir einen Startplatz, ging noch schnell ans Auto, um Kleidung zu wechseln und einen Apfel zu essen. Als ich gerade am Auto war, starteten die Piloten. Schnell kam ich wieder zurück zum Startplatz, auf dem Thomas mir bereits den Schirm und die Ausrüstung hergerichtet hatte. Unter den Augen der Zuschauer, startete ich mit etwas Verspätung. Es ging gleich vor dem Gaisberg gut nach oben. Die Führungsgruppe war bereits einen Berg weiter. Auf 1.900 m nahm ich gemeinsam mit zwei anderen die Verfolgung auf. Die Thermik war so gut, dass das größte Problem war nicht den darüber liegenden Luftraum zu verletzten. Meine Instrumente meldeten ständig Warnungen von Lufträumen. Erst ab der Kante vor Abtenau, war ich mir sicher hoch aufdrehen zu dürfen. Auch hier ging es gut und sicher an den Hügeln zum Dachstein nach oben. An der Bischofsmütze drehte ich auf über 3.000 m auf und konnte sicher den Wendepunkt Dachstein überfliegen. Danach ging es nach Westen über die Ramsau nach Bischofshofen. Auch hier trugen die Hügel gut und gaben immer wieder schöne Thermikblasen ab. Vor der großen Talquerung zum Hochkönig hatte ich eine Gruppe von sechs Piloten eingeholt und drehte wieder auf über 3.000 m auf. Alleine flog ich weiter in Richtung Hochkönig. Am Grat vor dem Hochkönig fand ich nochmals eine Thermik und drehte. Dabei wartete ich auf die anderen Piloten, damit wir gemeinsam am Hochkönig Thermik finden können. Bei einigen voraus eilenden Gleitschirmpiloten sah ich, dass sie tief kamen und suchen mussten. Das wollte ich gerne vermeiden. Also flog ich in der Gruppe mit den anderen sechs gemeinsam vor zum Hochkönig. Am Grat entlang fand ich leider keine Blase. Ein Pilot unter mir erwischte eine Blase, drehte ein und stieg an mir vorbei. Schnell versuchte ich ebenfalls die Blase zu erhaschen, bekam aber nur den Abwind. Wenig später landete ich am Hang ein. Schnell packte ich meine Ausrüstung zusammen und lief etwa 300 Höhenmeter den nächsten Grat nach oben. Hier startete ich erneut. Allerdings war es inzwischen 18:30 Uhr. Ein sanftes Bläschen fand ich über einen kleinen Steinbruch. Ich versuchte mich darin zu halten und nochmals aufzudrehen. Doch nach etwa 200 m war das Bläschen weg und mir blieb nur noch der Weg ins Tal. Kaum gelandet kamen Thomas und Günther zu mir. Ich gab alles, was nicht zur Pflichtausrüstung gehörte ab. Aß eine Nektarine, füllte mein Wasserflasche auf und ging gemeinsam mit Günther an den Fußmarsch in Richtung Saalfelden. Wir erreichten bis 22:30 Uhr Maria Alm. Thomas hat einen guten Schlafplatz für uns gefunden. Müde fiel ich ins Bett.

 

2. Tag: Bis Mühlau

Aufstieg Fellhorn

Montag um 4:30 Uhr klingelte der Wecker. Wir checkten das Wetter. Für unser Gebiet war kräftiger Westwind vorhergesagt. Nach einem Eiweißschake ging ich zu Fuß an der Straße weiter. Nach Saalfelden, sah ich hinter dem Steinernen Meer, die ersten Regenschleier. Ich rief Thomas an, damit sie schnell zu mir kamen und mir das Regencape bringen. Fünf Minuten später schüttete und blitzte es um mich herum. Leider gab es nichts zum unterstellen. Zum Glück hatte ich wenigstens die Stirnlampe auf, damit mich die Autofahrer sehen konnten. Schnell lief ich weiter und überholte dabei Samuel, der sein Regencape dabei hatte. Nach ein paar Minuten holten Thomas und Günther mich ein. Nun konnte ich das Regencape überziehen. Sofort wurde es angenehmer. Den Weg entlang der Loferbundesstraße wanderte ich weiter. Plötzlich tauchte ein Kameramann von Red Bull auf, der meine Wanderung filmte. Mit meinem Team hatte ich vereinbart, dass ich bis Lofer laufe und wir dort dann Frühstücken. Nach 4 ½ Stunden und rund 30 km Fußmarsch erreichte ich meinen Frühstücksplatz. Thomas hatte den Weiterweg bereits erkundet und zeigte ihn mir auf der Karte. Der Weg führte entlang des Jakobsweges über Wasserfälle und an Naturdenkmälern vorbei. Auf halben Weg nach Waidring kam mir Thomas entgegen und gemeinsam liefen wir bis Waidring. Inzwischen kam die Sonne zum Vorschein. Wir überlegten, ob ein Aufstieg auf das Fellhorn sinnvoll wäre, um wieder etwas Strecke machen zu können. Thomas rief den Herbert von flywear aus Kössen an und fragte in welche Richtungen das Fellhorn zu starten ist. Es würden alle Richtungen außer Nord gehen. Gemeldet war kräftiger Westwind und auch auf der Webcam in Kössen war zu sehen, dass die Piloten auf der Westseite soarten. Also entschieden wir uns für den Aufstieg. Entlang der Höhenstraße in praller Sonne wanderten Thomas und ich auf das Fellhorn. Er trug seine eigene Gleitschirmausrüstung und hatte noch zusätzlich Wasser und Trinken für mich dabei. Sein Rucksack war vermutlich annähernd so schwer wie eine „normale“ Gleitschirmausrüstung. Als wir um kurz nach drei den Gipfel erreichten, blies der sehr kräftig Wind aus Nord. Wir inspizierten den Gesamten Gipfel, fanden aber in der Tat keinen geeigneten Platz, um starten zu können. Wir setzten uns erst einmal hin und stärkten uns mit einem Müsliriegel, einem Apfel und Wasser. Während dessen erhielten wir eine SMS von der Organisation, dass wir eine sechsstündige Penalty erhielten, weil wir den vorgeschriebenen Weg vom Mozartplatz zum Gaisberg nicht eingehalten hätten. In diesem Moment war für uns klar, das wars. Wir wussten Samuel war in unserer Nähe und Nick kurz hinter uns. Mit einer sechsstündigen Penalty, würden die beiden auf und davon sein und wir letzter. Thomas schrieb der Organisation eine Dankes SMS für die „tolle versprochenen Beschilderung“ und erklärte, dass unser Verlaufen in Salzburg sicher keinen Vorteil brachte. Daraufhin entschieden wir uns zu warten, dass der Nordwind nach lies. Gegen 18:00 Uhr blies der Wind immer noch sehr kräftig. Also traten wir doch den Abstieg an. Einige Meter weiter unten entdeckten wir einen Gleitschirm. Davor Samuel von SUI2 – Team. Der Startplatz war einigermaßen ok. Allerdings darunter nur Wald und flach rausgehende Hügel mit null Landemöglichkeiten. Er sagte uns, er warte auf seinen Supporter, damit er die Situation testen könne. Im Gleitwinkel wäre bei dem Wind keine Landewiese erreichbar. Gemeinsam warteten wir auf Martin seinen Supporter. Als Martin ankam begutachtete auch er die Wind- und Geländesituation kritisch. Startete dann aber doch und soff erstmal deutlich nach unten. Zu dritt schauten wir zu, wie Martin den Hang nach Aufwind absuchte:

 

Irgendwann fand er was und drehte langsam auf. Samuel startete und kam etwas besser raus. Auch er brauchte eine Weile, bis er die rettende Thermik fand. Nun hieß es gegen den Wind ins Tal zu fliegen. Bevor wir starteten wollten wir sehen, wie die Beiden gegen den Wind vor kamen. Nachdem das gut aussah, starteten auch Thomas und ich zu unserem Flug. Sanft konnten wir etwas Höhe machen und dann rausfliegen. Wir landeten bei Kössen. Gleich nach der Landung kam Mario vorbei. Er sah uns auf dem Livetracking und wollte uns unterstützen. Er zeigte mir den kürzesten Weg durch Kössen in Richtung Kampenwand. Für uns war klar, dass wir mit der sechsstündigen Penalty, nun nur bis zum Fuße der Kampenwand laufen würden. Am nächsten Morgen könnten wir erst ab 11:00 Uhr los laufen. Also wären wir um 12 – 12:30 Uhr zur Thermikzeit oben... Thomas folgte mir mit Günther in unserem Laika Ecovip auf der Straße nach Schleching. Von Schleching bis Mühlau liefen Thomas und ich wieder gemeinsam. Wir erreichten um etwas 21:30 Uhr den Fuß der Kampenwand und ziemlich gleichzeitig erhielten wir eine neue SMS von der Organisation, dass unsere sechsstündige Penalty auf 2 Stunden reduziert wurde. Wir können also um 7:00 Uhr weiter laufen. „Na, bravo!“ ging es mir durch den Kopf. Denn nun war es zu spät, um noch auf die Kampenwand zu laufen und 7:00 Uhr ist eine ungünstige Zeit für den Aufstieg. Denn dann wären wir um ca. 9 Uhr oben mit einem runterflug wären wir 9.30 – 10 Uhr wieder im Tal und würden zur Thermikstartzeit wieder auf einen Berg laufen. Für uns änderte sich also nicht viel durch die Reduzierung der Penalty.

3. Tag: Turnpoint 3 und weiter

TP3: Kampenwand

Um 6:00 Uhr standen wir am Dienstag Morgen auf. Richteten unser Sachen her, tranken einen Eiweißshake und starteten zu dritt (Thomas, Günther, ich) den Aufstieg. Unsere Hunde Demi und Tina waren diesmal auch mit dabei. Die Sonne brannte bereits in den Süd-Ost-Kessel. Auf halber Höhe überholte uns Nick, der bis dahin Letzter im Feld war. Als wir auf der Kampenwand ankamen blies ein kräftiger Südwind. Ein Flug ins Tal wäre am Nordstartplatz nicht möglich gewesen. Wir frühstückten auf der Sonnen-Alm, um auf den Thermikbeginn zu warten. Etwas oberhalb der Alm, war eine Wiese, auf der wir nach Süd starten konnten. Gegen 11 Uhr waren Thomas und ich am Startplatz. Thomas richtete sich her, um voraus zu fliegen. Gerade als er fertig war, drehte der Wind zeitweise auf Nord. Ein einheimischer Pilot erzählte uns, dass laut Wetterbericht, ab 11 Uhr Nordwind sein solle. Mit einer Ablösung aus Süd-Ost startete Thomas und suchte den Kessel nach Thermik ab. Zunächst sah es so aus, als müsse er südseitig im Tal landen. An einer Kante fand er dann aber doch Thermik und konnte über Grat aufdrehen. Als ich dass sah, machte auch ich mich zum Starten fertig. Ich musste eine Weile warten, da immer wieder der Wind mal aus Nord und mal aus Süd blies. In einer guten Phase flog ich raus und fand dank Thomas bald die Thermik. Gemeinsam drehten wir auf. Beim Vorfliegen zum Grat der Kampenwand merkten wir deutlich den Wind aus Süd-West. Bevor wir zur Talquerung ansetzten, machten wir maximale Höhe. Während der Talquerung verloren wir gegen den Wind schnell an Höhe und landeten bei Innerwald.

 

Nachdem wir unsere Sachen zusammengepackt hatten und uns gerade an einem Brunnen etwas abkühlten, denn es hatte inzwischen annähernd 40 Grad, kam ein Pilot auf dem Motorrad angefahren, um uns alles Gute zu wünschen. Eine Bewohnerin des Ortes zeigte uns den Weg hoch auf den Spitzstein. Wir traten den beschaulichen Aufstieg entlang des Baches an.

Aufstieg zum Zinnenberg

Am Grat in Richtung Norden beim Zinnenberg gibt es eine Wiese, auf der wir versuchen wollten zu starten. Als wir die Wiese erreichten, blies immer noch der Süd-West-Wind. Von Nordwind war keine Spur. An der Hochries flog gar keiner und an der Kampenwand waren vereinzelt ein paar Schirme tief zu sehen. Auf der flachen Wiese nach Süd-West zogen Ablösungen durch. Thomas machte sich fertig, um die Luft zu erkunden. Abermals dauerte es eine Weile, bis er eine Thermik fand. Als er sicher aufdrehen konnte, startete ich hinterher. Ziemlich blubbrig gingen die Blasen durch. Immer wieder gab es kräftige Bärte, die schnell wieder weg waren. Es dauerte recht lange, bis ich auf 2.200 m war. Thomas war auf meiner Höhe. Gemeinsam flogen wir nach Westen. Wieder blies uns der Wind ins Gesicht. Zeitweise glaubte ich nicht mehr daran über den Grat zwischen Hochries und Feichteck zu kommen. Vollbeschleunigt ging es mit 8 km/h nach unten. Erst als ich tatsächlich über den Grat war, flog der Schirm wieder etwas „schneller“. Thomas flog vor mir den Kessel aus, fand aber keinen Aufwind, also kürzte ich ab. Wegen dem Westwind, war ich mir auch nicht sicher, ob wir bis ins Inntal kommen würden. Doch umso tiefer wir kamen, desto weniger Wind war. Wir kamen also über das Hochplateau bis über Nussdorf. An der Kante zum Inntal stand kein Westwind an. Aufsoaren war also nicht möglich. Wir flogen über denn Inn bis nach Flintsbach. Als wir landeten war klar, als nächstes geht’s auf den Wendelstein. Günther kam bald darauf angefahren. Wir füllten unsere Müsli und Trinkvorräte auf und machten uns an den Aufstieg. In Brannenburg fanden wir ein Wanderschild „Wendelstein 5 Stunden“.

Landung im Inntal

 

Es war bereits 18:00 Uhr. Bis 21:00 Uhr darf ich fliegen. Also eilten wir den Berg hoch, um wenigstens auf der Westseite des Wendelsteins noch runterfliegen zu können. Den Aufstieg kannte ich vom Warm-Up bereits. Er ist sehr schön zu laufen, aber zieht sich ziemlich. Um kurz vor 20 Uhr erreichten wir den Sattel unterhalb des Wendelsteins. Nun mussten wir noch halb um den Wendelstein rum, um zu einer startbaren Wiese zu kommen. Um 20:30 Uhr waren wir an der Wiese und hatten kräftigen Bergwind. Den ganzen Tag über blies der Wind aus West und nun an einem Westgrat hatten wir Rückenwind. Zum Glück gab es unterhalb der Wiese nochmal einen vorgelagerten Grat, auf dem ich starten konnte. Thomas half mit mich flugfertig zu machen. Um viertel vor neun startete ich meinen Abgleiter nach Aurach. Kurz vor 21:00 Uhr landete ich im Tal. Durch den Weg über den Wendelstein konnten wir Nick aus Neuseeland überholen. Allerdings wussten wir ja schon, dass er deutlich schneller läuft als ich. Schnell packte ich unter den Augen von Fotografen und Kameramännern meine Schirm zusammen und machte mich auf den Weg nach Neuhaus. Kurz vor Neuhaus überholte mich Nick und ich war wieder Letzte. Mit Thomas lief ich noch bis zum letzten Parkplatz vor den Wanderwegen und hier schlugen wir unser Nachtlager auf. Über 30 km laufen auf fast 3.000 Höhenmeter gesamt und die drei Flüge haben mich doch ganz schön geschlaucht. Vor allem da es rund 40 Grad heiß war und ich am Vortag ebenfalls schon über 60 km und 1.300 Höhenmeter gelaufen war.

Beim Abendessen merkte ich die Müdigkeit und legte mich bald zum Schlafen.

Start am Wendelstein

Servus X-Alps

Um 4:30 Uhr klingelte wieder der Wecker, wir wollten das Livetracking checken. Leider war die Internetverbindung so schlecht, dass sich die Seite nicht aufbaute. Ich rief meinen Vater an und der teilte mir mit das Samuel SUI2 nur zwei Kilometer vor mir sei. Also machte ich mich fertig und wollte die zwei Kilomter bis sechs Uhr noch einholen, bevor der Letzte aus dem Feld genommen wird. Ich wusste wir waren auf der direkten Route und ich kannte den Weg. Schnell lief ich durch den Wald in Richtung Rottach-Egern. Um kurz nach sechs erhielt ich den Anruf vom Meetdirector, dass ich raus sei. Es tue ihm auch leid, dass ich den Eindruck gehabt hätte, dass Samuel nur wenige Kilometer vor mir sei. Er wäre an einem Ort mit schlechter GSM-Abdeckung, daher wurde seine wahre Position im Livetracking nicht angezeigt. Er wäre in Wirklichkeit viele Kilometer vor mir. Tja, somit war das Rennen für mich gelaufen!

 

Team GER2

Hätte der Night-Pass etwas geändert?

Von vielen wurde ich gefragt, warum ich den Night-Pass nicht gezogen habe. Die Antwort ist ganz einfach. Laufend hätte ich nicht vor kommen können. Meine einzige Chance bestand darin zu fliegen. Nick welcher bis zum Morgen hinter uns war, läuft schneller als ich. Er hatte mich am letzten Tag zwei mal überholt. Einmal an der Kampenwand und am Abend vor Neuhaus. Samuel war einige Kilometer vor mir. Mit einem Night-Pass hätte ich die anderen erst einmal aufholen und dann überholen müssen. Nach dem die anderen ihren Night-Pass zogen, wäre das sicher nicht möglich gewesen, denn die bleiben ja auch nicht stehen...

 

Bild vom Prolog

Bin ich enttäuscht?

Nun, wir haben uns lange vorbereitet, das notwendige Equipment besorgt und wären gerne auf der Strecke weiter unterwegs gewesen. Von daher ist es natürlich schade, dass wir so früh aus dem Rennen sind. Auf der anderen Seite, hatte ich einen genialen Flug vom Gaisberg über den Dachstein. Eine interessante Wanderung durch Regen und Gewitter. Wanderungen auf tolle Berge mit beeindruckenden Landschaften und viele nette Begegnungen mit hilfsbereiten und motivierenden Menschen. Mein Ziel war es gesund zu bleiben und die Strecke zu genießen. Diese beiden Ziele haben wir erreicht, auch wenn es nicht die ganze Strecke war. Wir haben unser bestes gegeben und auch im Nachhinein fällt uns nicht wirklich etwas auf, was wir hätten besser machen können. Ohne der auf dem Fellhorn eintreffende Meldung über die sechsstündige Penalty hätten wir vielleicht dort anders gehandelt und wären schneller zum Weiterlaufen übergegangen. Ob das am Ergebnis was geändert hätte ? Bin natürlich traurig so früh aus dem Rennen genommen worden zu sein, aber die kurze Zeit die wir dabei sein durften war spannend und erlebnisreich! Den verbleibenden Teilnehmern drücken wir die Daumen!

TEAM GER2


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Yvonne Dathe

Lösungsorientierte Beraterin mit betriebswirtschaftlichem und psychologischen Hintergrund. Gleitschirmpilotin seit 1994 und Lebensfreude-Spezialistin.

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